Klaus-Peter Neßler

Bild im Bild


Du kennst bestimmt den Effekt von Google Earth.
Zuerst sieht man die Erde in voller Pracht, mit den Sternen im Hintergrund.
Das wäre, wenn man die Möglichkeit hätte aus diesem Standpunkt ein Bild
zu machen,
schon ein tolles Bild.

Dann zoomt man weiter hinein und das Bild wird eher uninteressant.
Irgendwann erkennt man wieder Berge und Täler
und das Bild wird wieder interessant.

 

So wechseln sich beim Hineinzoomen interessante und uninteressante Bereiche ab.
Das geht natürlich nur bis zur Auflösungsgrenze,
die im Moment bei Satellitenaufnahmen vielleicht bei der Größe eines Menschen liegt.

Doch in Wirklichkeit geht das natürlich noch viel weiter.


Stell Dir mal vor Du könntet aus dieser gezoomten Welt ausbrechen.
All diese  Dinge aus verschiedenen Perspektiven und Richtungen anschauen.
Dann würde Dir eine unendliche Vielfalt von Motiven zur Verfügung stehen.

Doch das ist kein Traum.

Denn das geht in Wirklichkeit und noch viel besser.
Denn genauso ist das auch bei jeder Szene, oder einem Bild das wir betrachten,
auch wenn wir uns nur auf der Erde befinden.

Der Fotoapparat kann dabei eine große Hilfe sein.
Mache ein Übersichtsbild, am besten mit einer kleinen Brennweite.
Schau Dir das Bild auf dem Display Deines Fotoapparates an.
Überlege welcher Teil des Bildes für Dich am interessantesten ist.
Das ist Dein Ziel, Dein Motiv.

Gehe langsam auf diesen Bereichen zu.
Beim Näherkommen wirst Du immer wieder interessante Aspekte
Deines Motives sehen können.

Diese fotografierst Du.
Gehst wieder näher hin, fotografierst usw.
Bis Du so nahe dran bist,
dass keine Bilder mehr machbar sind.


Es wird sich eine Vielfalt von Motiven auftun,
die du sonst nie entdeckt hättest.

Was für einen Sinn macht diese Übung?
Durch diese Übung tun wir etwas was wir in der Kindheit noch konnten,
aber als Erwachsene zum großen Teil vergessen haben.
Nämlich scheinbar banale Dinge zu untersuchen und ihr Wesen zu ergründen.



 


zurück zum Inhalt